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Kettenlänge beim Motorrad berechnen

Die Formel für die Gliederzahl, Kettengrößen, gerade Gliederzahl und was ein Zahn mehr am Kettenrad für Kette und Hinterachse bedeutet.

Die Länge einer Motorradkette wird in Gliedern (Teilungen) angegeben, nicht in Millimetern. Sie hängt von der Kettenteilung, den Zähnezahlen von Ritzel und Kettenrad und dem Achsabstand zwischen Getriebeausgangswelle und Hinterachse ab. Die Formel gilt für jede Rollenkette; am Motorrad gleichen die Kettenspanner dann den Unterschied zwischen berechnetem und tatsächlichem Achsabstand aus.

TorqueMath · geprüft anhand der unten genannten Normen und der Testfälle des Rechners · Aktualisiert

Die Formel für die Gliederzahl

z₁ = 15z₂ = 45pC = Achsabstand (Welle zu Welle)X = 2C/p + (z₁ + z₂)/2 + ((z₂ − z₁)/2π)² · p/CRitzel z₁ · Kettenrad z₂ · X Glieder, auf eine gerade Zahl aufgerundet
Bild 1. Kettentrieb mit Ritzel z₁, Kettenrad z₂, Kettenteilung p und Achsabstand C zwischen den beiden Wellen.
X = 2C/p + (z₁ + z₂)/2 + ((z₂ − z₁)/(2π))² · p/C

X Gliederzahl (Teilungen), C Achsabstand, p Kettenteilung (gleiche Einheit wie C), z₁, z₂ Zähnezahl von Ritzel und Kettenrad.

Die berechnete Gliederzahl X auf die benachbarten geraden Gliederzahlen ab- und aufrunden. Eine Kette mit ungerader Gliederzahl braucht ein gekröpftes Glied, das schwächer ist und am Motorrad im Allgemeinen nicht verwendet wird. Für beide Varianten den erforderlichen Achsabstand berechnen und prüfen, welche innerhalb des zulässigen Kettenspannerbereichs ausreichend Einstellreserve bietet. Nicht grundsätzlich die längere Kette wählen.

Das Ergebnis ist eine berechnete Ausgangslänge, die am Motorrad zu prüfen ist: Kette mit der Achse in den Spannern auflegen und den Durchhang so einstellen, wie der Motorradhersteller es vorgibt. Bei vielen Motorrädern ist die Kette bei einer bestimmten Schwingenstellung am straffsten, das muss beim Einstellen berücksichtigt werden.

Kettengrößen: 420, 428, 520, 525, 530

Bei den hier aufgeführten dreistelligen Kettenbezeichnungen kennzeichnet die erste Ziffer die Teilung in Achtelzoll. Die übrigen Ziffern codieren die Kettenausführung, insbesondere die Breitenreihe; die tatsächliche Innenbreite ist der Maßtabelle zu entnehmen.

Übliche Motorradkettengrößen
GrößeTeilungLichte WeiteTypischer Einsatz
4201/2 Zoll = 12,70 mm6,35 mmMopeds, kleine 50–125 cm³
4281/2 Zoll = 12,70 mm7,94 mm125–250 cm³
5205/8 Zoll = 15,875 mm6,35 mmEnduro, Motocross, viele Sportmotorräder
5255/8 Zoll = 15,875 mm7,94 mmmittlere und große Straßenmotorräder
5305/8 Zoll = 15,875 mm9,53 mmgroße und ältere schwere Motorräder

Die Einsatzbereiche sind nur Anhaltswerte. Immer die Größe und Bauart (Standard, O-Ring, X-Ring) einbauen, die Motorrad- und Kettenradhersteller vorgeben.

Was ein Ritzel- oder Kettenradwechsel bewirkt

Der Term (z₁ + z₂)/2 bedeutet: Jeder zusätzliche Zahn, vorne oder hinten, braucht etwa ein halbes Glied mehr. Zwei Zähne mehr am Kettenrad brauchen also etwa ein Glied mehr. Weil die Zahl gerade bleiben muss, passt bei kleinen Änderungen oft noch die alte Kette, nur die Hinterachse wandert.

Achsabstand und alte Kette messen

  1. Als Orientierung mit dem Hinterrad in der Mitte des Spannbereichs messen, damit eine neue Kette gespannt und später nachgestellt werden kann. Für die tatsächliche Montage gilt das Verfahren des Motorradherstellers.
  2. C von der Mitte der Getriebeausgangswelle (Ritzel) bis zur Mitte der Hinterachse messen.
  3. Oder die alte Kette zählen: Bei der üblichen Motorradketten-Längenangabe entspricht eine Teilung einer Bolzen- beziehungsweise Rollenposition. Bei einer geschlossenen Kette zählt man alle Bolzen einmal rundherum, einschließlich des Kettenschlosses. Nicht die Anzahl der Innen- oder Außenlaschenpaare zählen.
  4. X berechnen, auf eine gerade Zahl aufrunden und den sich ergebenden Achsabstand mit dem Spannbereich vergleichen.

Bei verschlissener Kette Kette, Ritzel und Kettenrad zusammen tauschen und die Verschleißgrenze sowie die Empfehlung zum Kettenschloss des Kettenherstellers beachten. Viele Hersteller schreiben bei größeren Motorrädern ein Nietschloss vor.

Das Kettenschloss für das genaue Kettenmodell wählen, nicht nur nach der Größe: Schlösser verschiedener Kettenmodelle gleicher Größe passen nicht immer.

Rechenbeispiel: 520er Kette, 15 / 45 Zähne, 600 mm Achsabstand

  1. Teilung p = 15,875 mm (520), z₁ = 15, z₂ = 45, gemessener Achsabstand C = 600 mm mit dem Hinterrad in der Mitte des Spannbereichs.
  2. X = 2 × 600 / 15,875 + (15 + 45)/2 + ((45 − 15)/(2π))² × 15,875 / 600 = 75,59 + 30 + 0,60 = 106,19 Glieder.
  3. Benachbarte gerade Gliederzahlen: 106 und 108 Glieder. Der Rechner ergibt für 106 Glieder einen Achsabstand von 598,4 mm (1,6 mm vor den gemessenen 600 mm) und für 108 Glieder 614,4 mm (14,4 mm weiter hinten).
  4. Bei 600 mm Achsabstand liegt die rechnerisch passende Kettenlänge näher bei 106 Gliedern. Welche Länge tatsächlich geeignet ist, hängt vom zulässigen Einstellbereich, der vorgesehenen Kettenspannung und den Herstellervorgaben ab. Beide Varianten sind vor der Auswahl zu prüfen.
  5. Mit einem Kettenrad mit 47 Zähnen: X = 107,28; die benachbarten geraden Zahlen sind 106 (589,8 mm) und 108 (605,8 mm). Die Übersetzung steigt von 3,000 auf 3,133, die Geschwindigkeit bei gleicher Motordrehzahl sinkt um etwa 4 %.

Für die angegebenen Werte ergibt sich X ≈ 106,19 Teilungen. Als mögliche Standardlängen kommen zunächst 106 und 108 Teilungen infrage. Rechnerisch entspricht dies Achsabständen von etwa 598,4 mm beziehungsweise 614,4 mm. Ohne den tatsächlichen Verstellbereich lässt sich keine der beiden Längen verbindlich auswählen: beide am Motorrad prüfen.

Häufige Fehler

Quellen und Normen

Ihre Kette berechnenKettengröße wählen, beide Zähnezahlen und den Achsabstand eingeben: Sie erhalten die gerade Gliederzahl, den genauen Achsabstand dafür, die Übersetzung und die Umschlingung am Ritzel.
Zum Rechner →

FAQ

Wie berechne ich die Kettenlänge beim Motorrad?

Mit X = 2C/p + (z₁ + z₂)/2 + ((z₂ − z₁)/(2π))² · p/C, dem Achsabstand C, der Kettenteilung p (15,875 mm bei 520, 525 und 530; 12,7 mm bei 420 und 428) und den Zähnezahlen. Für beide benachbarten geraden Gliederzahlen den Achsabstand berechnen und die wählen, die in den Spannbereich passt.

Warum muss die Gliederzahl gerade sein?

Innen- und Außenglieder wechseln sich ab, deshalb braucht eine geschlossene Kette mit normalem Kettenschloss eine gerade Gliederzahl. Eine ungerade Zahl erfordert ein gekröpftes Glied, das schwächer ist und am Motorrad im Allgemeinen nicht verwendet wird.

Wie viele Glieder brauche ich für einen Zahn mehr am Kettenrad?

Etwa ein halbes Glied pro Zahn. Zwei Zähne mehr hinten brauchen etwa ein Glied mehr; da die Zahl gerade bleiben muss, passt entweder die alte Kette mit weiter vorne stehender Achse, oder es werden zwei Glieder mehr mit weiter hinten stehender Achse.

Sind 520-, 525- und 530-Ketten austauschbar?

Nein. Alle drei haben 5/8 Zoll (15,875 mm) Teilung, aber die lichten Weiten sind 1/4, 5/16 und 3/8 Zoll. Kette, Ritzel und Kettenrad müssen dieselbe Größe haben.

Wie zähle ich die Glieder meiner alten Kette?

Alle Bolzen (Rollen) einmal rundherum zählen, das Kettenschloss eingeschlossen: Bei der üblichen Längenangabe entspricht eine Teilung einer Bolzenposition. Das Ergebnis ist die Gliederzahl für die Formel, zum Beispiel 108.